aufeinander achten.
Für einen Stadtteil ohne Häusliche Gewalt

Über uns

Wir von der frauenBeratung nürnberg unterstützen Frauen und Mädchen, die von Gewalt betroffen sind oder waren. Außerdem werden Angehörige, unterstützende Bezugspersonen, Fachkräfte und auch unterstützende Nachbarinnen und Nachbarn beraten. Beratung ist telefonisch, online und persönlich möglich. Die Beratung ist kostenfrei und auf Wunsch anonym.

Über das Nachbarschaftsprojekt – in der Nürnberger Südstadt

Ziel des Projekts ist es, häusliche Gewalt im nachbarschaftlichen Umfeld sichtbar zu machen und für die unterschiedlichen Erscheinungsformen zu sensibilisieren. Durch gezielte Informations- und Qualifizierungsangebote werden Nachbarinnen und Nachbarn sowie weitere wichtige Akteurinnen und Akteure im Stadtteil darin gestärkt, Anzeichen häuslicher Gewalt wahrzunehmen, angemessen zu reagieren und Betroffene bei Bedarf an geeignete Unterstützungsangebote weiterzuvermitteln.

Die Umsetzung des Nachbarschaftsprojekts erfolgt durch die Qualifizierung von Multiplikator*innen, durch Informationsstände an öffentlichen Orten und im Rahmen von Stadtteilfesten sowie durch aufsuchende Arbeit. Ergänzend werden Social-Media-Kampagnen und Plakataktionen eingesetzt, um eine breite Öffentlichkeit im Stadtteil zu erreichen.

Interessierte Personen haben hier die Möglichkeit, sich über entsprechende Schulungs- und Qualifizierungsangebote zu informieren.

Zum Schulungsangebot

Was ist Häusliche Gewalt?

Jede 4. Frau erlebt mindestens einmal in ihrem Leben Gewalt in der Partnerschaft oder durch ihren Ex-Partner. Häusliche Gewalt oder auch Partnerschaftsgewalt liegt immer dann vor, wenn es in einer häuslichen Gemeinschaft (z. B. Ehe, Lebenspartnerschaft, Beziehung) zu Gewalt kommt. Die Tat muss nicht innerhalb der gemeinsamen Wohnung stattfinden. Häusliche Gewalt gibt es in allen sozialen Schichten, Kulturen und in jeder Altersgruppe. Besonders bei Trennung und Scheidung verstärkt sich die Gewalt oft. Kinder sind dabei immer von der Gewalt mitbetroffen, auch wenn sie nicht selbst geschlagen werden.
Häusliche Gewalt hat viele Gesichter. Sie reicht von Kontrollieren, Demütigen, Drohen, Erpressen, Anschreien, über Schubsen, Schlagen, Würgen, erzwungenem Sex bis hin zu einem Femizid (Tötung der Frau).

Aufeinander achten.

Wir alle können in unserer Nachbarschaftetwas gegen Häusliche Gewalt tun, ohne uns dabei in Gefahr zu bringen, ohne Andere zu verurteilen. Von Häuslicher Gewalt betroffene Frauen und Kinder sind oft eingeschüchtert, haben Angst, suchen die Schuld bei sich. Deshalb wird Gewalt in der Familie häufig verschwiegen und abgestritten. Nachbarinnen und Nachbarn bekommen dennoch vieles mit. Manchmal können Außenstehende das Schweigen leichter durchbrechen.

Was kann ich tun?

  • Schauen Sie hin, wenn Sie Gewalt vermuten. Sprechen Sie die betroffene Person auf Ihre Art und Weise an, wenn Sie alleine mit ihr sind. Fragen Sie nach, ob alles in Ordnung ist.
  • Sagen Sie deutlich, dass Gewalt immer ein Unrecht ist. Hören Sie zu ohne zu werten.
  • Bieten Sie Unterstützung an. Zum Beispiel:
    • Fragen Sie nach, welche Art von Hilfe sich die betroffene Person wünscht.
    • Geben Sie unseren Flyer oder Kontaktdaten weiter oder hängen Sie unser Plakat in den Hausflur.
    • Bieten Sie Begleitung an (z. B. zur Polizei oder Beratungsstelle).
    • Bieten Sie an, auf die Kinder aufzupassen.
  • Akzeptieren Sie, wenn Ihr Hilfsangebot im Moment abgelehnt wird. Handeln Sie nicht gegen den Willen der betroffenen Person – es sei denn, es liegt eine akute Gefahr vor. Bieten Sie weiterhin Ihre Unterstützung an.
  • Gemeinsam statt allein: Vernetzen Sie sich mit anderen Nachbarn.
  • Rufen Sie uns an, wenn Sie unsicher sind oder Fragen haben.

Erklärvideo

Flyer